Nach einer Weile verschwand das Getröte, Rose studierte das Handbuch und wir einigten uns darauf, das Risiko in Kauf zu nehmen. Wer braucht schon ABS, wenn einem der LKW in die Seite kracht. So ging die Fahrt mit frischen Öl und gelegentlichem Piepsen dem eigentlichen Höllenhöhepunkt des Tages entgegen: Leaving the Union. Die europäische Union versteht sich. Die Bulgarischen Beamten waren ja wie erwähnt bereits beim Einreisen sehr gnädig und auch beim Ausreisen recht stirnfaltig, zu den Türken lies man uns aber dennoch recht schnell.
Und da fing das selbe Spiel wieder von vorne an: "Machina Dukomenta!" - "Äh, nix hier, zu Hause in London". Kopfschütteln, rummosern, wenigstens war das Visum für Deutsche umsonst, Briten müssen einen 10er abdrücken, den hatten wir auch noch. Greencard war auch nicht gültig, der Versicherungsfachfrau hatte ich wohl vergessen, Istanbul mit einzuflüstern. Also Versicherung gekauft und nach sage und schreibe 2 Stunden an der Kontrolle hatten wir dann alle Fetzen beisammen, um in die Türkei zu können. Passiert dort wahrscheinlich nicht so häufig, dass ein deutsch-britisches Pärchen so verzweifelt ins Land gelassen werden wollten.
Uns half auch ein kleiner alter Mann, der dort eigentlich nur rumsaß. Als er uns sah wurde er plötzlich ganz aktiv und zeigte uns genau was wir zu tun hatten. Er redete sogar (auf türkisch) auf sämtliche Beamte dort eine, beschwörte sie fast. Ich bin mir sicher, dass wir ohne ihn niemals in die Türkei gekommen wären. An der Stelle einen Riesendank an den unbekannten netten alten Mann von der Grenze. Er hat meinen Segen.
Nach Istanbul gings dann über nagelneue Autobahnen fast wie im Flug. Ein Taxi im Zentrum wieß uns den Weg zum Hotel, in dem ich jetzt hier sitze und blogge.
Und ja: Youtube funktioniert hier nicht. Und in der Dönerbude rechts um die Ecke arbeiten 12 Männer, ich schwör!
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