Dienstag, 8. September 2009

Go East: Das war die Tour




Etwas abweichend vom Soll aber nicht minder kurz: der Weg wie er tatsächlich war.

Update: 6000 Meilen mit allen Um- und Abwegen. Auto-Fazit: 2 kaputte Reifen, verkokelte Benzinpumpe, voellig verdrecktes Irgendwas-System und kein ABS mehr.
Erfahrungsfazit: jeder Zeit wieder aber mit mehr Zeit beim naechsten mal.

Back in the UK

It could have gone forever... but can't let the queen down.

Das kleinste Festival der Welt



Kunitz Loose, ein Dorf mit einem Dutzend Einwohner, direkt an der polnischen Grenze zwischen Frankfurt (Oder) und Eisenhüttenstadt liegend, einsam, aber nicht verlassen. Vor 7 Jahren entdeckten ein paar Freunde das vom 97'er Hochwasser verwüstete Grundstück und pachteten es anfänglich für 'ne symbolische Mark. Das Wohnhaus musste abgerissen werden, aber die alten Ställe aus dem 19. Jahrhundert überlebten die Flut und wurden wieder instand gesetzt. Später wurde ein Verein gegründet, der sich "Raumpioniere" nennt, eine Satzung geschrieben und Mitglieder rekrutiert. Zeitgleich entstand die Idee eines Festivals, das mit lokalen Bands und DJs einmal im Spätsommer die beinahe absolut stille Landschaft musikalisch anmalen sollte.

Hier sollte mein Roadtrip enden. Zwar lag Basel schon näher an London und der Umweg nach Kunitz nochmals 1500 km stark, aber dank mitfahrgelegenheit.de bekam ich den Wage vollgelade, voll mit Leuten, die dann zahlten. Dadurch kostete der Extratrip.. nichts.

Freitag Ankunft, das Wetter spielte nicht ganz mit, Wind, Regen und kalt. Ausgerechnet dieses Wochenende zog ein fieses Tief über Mitteleuropa und trübte den Spass leicht. Dennoch kam es wieder zu den üblichen Pogereien an der Bühne, wildes Getrinke und surreale Momente, die nur auf dem kleinsten Festival der Welt möglich sind.

Dienstag, 1. September 2009

Florenz, Mailand, Alpen, Basel

Lange tour, kurze Worte: der Sommer atmet aus, ich kann dank gebrochener Rippe nicht mehr richtig einatmen und die Tour war super. Aber noch ist sie nicht vorbei. Morgen nimmt mich Chris, alter Hüttenkollege, mit nach Lousanne zum Samenpflücken. Am Donnerstag steht München auf dem Plan. Danach ein Mörderumweg nach Berlin. In dessen Nähe gibt es ein Festival, dass ich unmöglich verpassen kann. Bilder folgen, jetzt erstmal Nachttour durch Basel.

Sonntag, 30. August 2009

Spaghetti Neapel

Tagesausflug nach Neapel. Über 2500 Jahre auf dem Buckel am Fuße des Vesuve. Erste Überraschung: furchtbar schlechte Straßen, selbst Rumänien kann hier nicht toppen und wenn man einmal um den Bahnhof herumgefahren ist, merkt man, woraus die Stadt gemacht ist. Die früheren Elendsquartiere sind zwar inzwischen wesentlich besser aber immer noch gutes Futter für die Kamera und fürs historische Gespür. Die Armut ist hier noch recht deutlich.

Der Vesuv tickt im Hintergrund unauffällig wie eine Bombe mit verrostetem Zeitzünder. Am Hafen baden ganze Familien zwischen alten Fischerbooten und modernen Yachten. Das Castel Nuovo ist Zeuge der wechselhaften Geschichte der Stadt, mehrfach wurde diese Festung umgebaut und zerstört. Vom Castel Sant'Elmo hat man einen perfekten Blick über die Stadt. Ein Kioskmann, der sogar deutsch konnte, liess mich im Parkverbot parken und scheuchte die Politesse davon - mein erster mafioser Moment im Leben.

Zurück am Zeltplatz kochte Ornella einen italienischen Festschmaus in 5 Gängen. Salvatore legte ein Riesensteak auf den Grill, das ihm perfekt gelang. Dazu trank ich einen ganzen Krug hausgemachten Wein und dazu Zitronenschnaps. Wir schauten FC Milano vs. Inter Mailand und lachten über Ronaldhinos jämmerlichen Auftritt. Volltrunken und zufrieden stürzte ich samt Aussenzelt ins Innenzelt.

Am nächsten Morgen alles ins Auto geworfen und über Vatikanstadt zum Lago Trasimeno gefahren. Die Luft hatte sich inzwischen sehr abgekühlt, ein Mörderschauer ließ mich bei 100 Sachen erblinden, fast krachte ich einen LKW, mir gingen beide Hupen. Am Campingplatz am nordwestlichen Ufer gibts viel Platz und Knochenboden. Ein Holländer lieh mir seinen Hammer, mit dem ich mir dann einen Daumen blau schlug.