Montag, 17. August 2009

Rumänien

Ich hab in meinem ganzen Leben bisher nur einmal einen toten Hund gesehen, da war ich etwa 7 Jahre alt und ich und meine Kumpels staunten über all die Fliegen und Würmer, die sich über den komisch riechenden Fellberg breitmachten. Seit gestern ist diese Zahl auf etwa 1000 gestiegen. Hier in Rumänien werden den Kötern die Klöten nicht abgeklemmt. Der Evolutionsdruck scheint zu wirken: den überlebenden Kläffen sieht man beinahe so etwas wie eine menschliche Schlauheit an. Und ja, das war der Opener zu "Rumänien, ein EU-Land".

Abgesehen von diesem Übel war der Kulturschock nicht weiter tragisch. Die Straßen werden mit Hochdruck erneuert, die Autos wurden es ja bereits - dem deutsche Versicherungszahler dank fahren hier ne Menge netter Schlitten rum, wir fallen nur wegen dem falschen Lenkrad auf. Das "alte Rumänien" scheint aber überall noch ziemlich durch, einige Schlaglöcher konnte ich nur mit größtem Geschick umfahren. An den Straßenrändern zeugen zahllose Kreuze von den wildwest-Manieren auf den Pfaden zum Osten - Überholen ohne Aufzuholen im schwärzesten Sinne. Hinter den Kreuzen gibt es viele Ruinen und auch recht prächtige Neubauten zu bestaunen. Einmal fuhren wir von der Straße ab, um ein paar Fotos zu machen. Eine Minute später waren wir umzingelt von bettelnden Frauen und Kindern. Und das mitten auf dem Land.

Zwischenstopp am "Eisernen Tor", gegenüber liegt Serbien. In einem Hotel übernachteten wir, hatte ein paar krasse Alpträume, boxe und schreie im Schlaf - wohl Teil der Aklimatisierung. Dann fuhren wir weiter. Je näher wir Bukarest kamen, desto besser wurden dann auch die Straßen. Die letzten 100km dann sogar nagelneue Autobahn.

Ankunft in Bukarest. Das Land will zur EU, hier merkt man es. Technisch ist es ja schon in der EU aber der Unterschied zu Ungarn ist immer noch gewaltig. Andererseits sieht es in Süditalien und in Großteilen Polens auch kaum besser aus. Wobei ich mir nicht so richtig klar bin, was "besser" bedeuten soll. Ich kenn ja nur den "Aufbau Ost" und ein großer Fan war ich nie vom westlichen Wirtschaftskraken, wobei mir aber auch keine Alternative einfallen will. Wir sind halt Evolutionsviehchzeug.

Nach zwei Stunden wilden Rumirrens im Zentrum der Stadt fanden wir dann endlich auch ein einigermaßen respektables Hotel, das unseren Preisvorstellungen entsprach. Die Internetverbindung hier ist fast irreal schnell. Morgen wollen wir die Stadt erkunden, ähm, ich weiß nicht, was ich weiter schreiben soll dazu.. ha!

Mich nervt die Paranoia, die sich einem fast von selbst aufzwingt. Irgendwie ist es hier recht normal, eigentlich ein bisschen wie Italien, all das "romanische" ist ja im Gegensatz zum ugrischen Ungarland fast Muttersprache. Sind es die Raben, die hier andauern blöken, oder bin ich doch einfach nur etwas fertig nach 2800 km? Reisen soll ja bilden, gelernt hab ich ne Menge bisher. Und noch nicht mal die Hälfte geschafft.



1 Kommentar:

  1. grüße aus brandenburg vom Kuenk, alter klappsparten! mensch sieht doch alles gar nicht so schlimm aus auf dem video. da hat sich doch der A8 jetzt schon bezahlt gemacht. asphaltierte strassen. was willst du mehr. besser sind die im ruhrpott auch nicht. und wenn sich bewahrheiten sollte, dass ihr istanbul noch hinter euch lassen wollt, dann geniesst noch ein bissel das asphalt-riding! ;)

    ps: geile sicherheitswortabfrage..."mulatte" --> au weia!

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